Geschichte

Bei den Recherchen zur Historie der Söllerschützen haben uns Gründungsmitglied Willi Paas sowie Lothar Laufen, Söllerschütze seit 1982, tatkräftig unterstützt. Die nachfolgende Geschichte haben wir in unseren Archiven entdeckt. Weil in der Auflistung der letzten ASV-Könige aus den Reihen der Söllerschützen fehlte, gehen wir davon aus, dass die Geschichte vor 1987 zu Papier gebracht wurde – der Autor ist uns nicht bekannt.

Bis zum Jahr 1955 wetteiferten 14 Sportschützen im Heidekrug jährlich um den Titel des besten Schützen. Gleichzeitig wurde diskutiert, ob die Schützen nicht am zweitgrößten Schützenfest des Niederrheins teilnehmen sollten. Der Beschluss hierzu wurde schnell positiv verabschiedet. Das Durchschnittsalter der Gruppe betrug 20 Jahre.

In diesem Jahr sollte wie alle Jahre vorher auch der treffsicherste Schütze ermittelt werden. Diesmal sollte auf einen Holzvogel geschossen werden, aber Petrus spielte nicht mit, denn der große Regen setzte ein. Kurzentschlossen lud Hans Heintges die Gruppe zu sich nach Hause ein. Hier wurde das Schießen fortgesetzt. Da die Schützen dort allerdings genauso vom Wetter betroffen waren wie zuvor, zogen sich die Jungens mit ihren Gewehren auf den angrenzenden Speicher (mundartlich „Söller“) zurück, um auf den hölzernen Vogel zu schießen.

Was jetzt noch fehlte war ein Name für diesen neuen Zug. Aufgrund der vorangegangenen Situation des Schießens vom Söller nannte sich der neugegründete Zug kurzerhand „Söllerschützen“.

Bei der ersten Parade in diesem Jahr glänzten die Söllerschützen sofort durch ihr exaktes Auftreten. Ab diesem Zeitpunkt schoss die Gruppe alljährlich auf einen hölzernen Vogel, um den Zugkönig zu ermitteln. Natürlich wollten die Söllerschützen ihren guten Ruf als Sportschützen nicht so einfach aufgeben. Deshalb nahmen Sie weiterhin am Wettschießen mit großem Erfolg teil. Viele Pokale zeugen seither von der Treffsicherheit dieser Gruppe.

Als Höhepunkt für alle am Willicher Schützenfest teilnehmenden Jägerzüge und andere Gruppen gilt es natürlich den König des ASV zu stellen. Dieser Wunsch keimte auch in dieser jungen Gruppe. Die Söllerschützen stellten bislang drei Könige:

  • Hans Heintges, 1965
  • Horst Schulze, 1974
  • Karl Steppen, 1987

Über die Teilnahme an den Schützenfesten hinaus treffen sich die Söllerschützen monatlich einmal. Die Kameradschaft wird hier über das Zugleben hinaus gefördert. Viele private lange Freundschaften sind in diesem Zug schon geschlossen worden.

Ebenfalls treffen sich die Damen des Zuges einmal im Monat. Dies ist auch für die Schützen sehr wichtig, denn was machten wir Schützen am zweiten Wochenende im Juli ohne die tatkräftige Unterstützung unserer Frauen. Vom Rosendrehen ganz zu schweigen.

Um das Zugleben auch weiterhin interessant zu gestalten, fallen natürlich viele Aktivitäten an. Hier nur einige Beispiele: Jährlich wird der Zugkönig ermittelt, ein Weihnachtsfest bzw. Nikolausfest gefeiert, im Herbst ein Tagesausflug mit dem gesamten Zug gemacht, Schiffstouren auf dem Rhein, Kutschfahrten durch die Niederrheinlandschaft (mit den notwendigen Boxenstops) und vieles mehr. „Grenzüberschreitend“ sind die Söllerschützen auch tätig, zumindest was das benachbarte Schützenfest in Schiefbahn betrifft.

Für die nächsten Jahre möchten die Söllerschützen weiterhin durch aktive Teilnahme am Willicher Schützenfest des ASV das Brauchtum unserer Stadt pflegen. Ein weiteres Ziel könnte es sein, irgendwann wieder einmal den König des ASV zu stellen.